Verkehrsrecht
Bußgeldbescheid erhalten – Was jetzt zu tun ist
Nach einem Bußgeldbescheid haben Sie nur 14 Tage Zeit für den Einspruch. Was der Unterschied zum Anhörungsbogen ist, warum Sie vorerst schweigen sollten und wann sich anwaltliche Hilfe lohnt.
WÖBBECKE Rechtsanwälte · · 2 Min. Lesezeit
Ein Bußgeldbescheid flattert ins Haus – und viele Betroffene wissen nicht, was sie als Nächstes tun sollen. Die wichtigste Botschaft vorab: Die Einspruchsfrist beträgt nur zwei Wochen ab Zustellung. Wer diese Frist verstreichen lässt, muss die Strafe bezahlen und akzeptiert damit auch etwaige Punkte oder ein Fahrverbot.
Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid – ein wichtiger Unterschied
Viele Betroffene verwechseln Anhörungsbogen und Bußgeldbescheid. Der Anhörungsbogen kommt vor dem eigentlichen Bescheid und gibt Ihnen die Gelegenheit, sich zur Sache zu äußern. In den meisten Fällen ist es ratsam, den Anhörungsbogen zunächst unbeantwortet zu lassen oder nur die Pflichtangaben zu machen – denn alles, was Sie angeben, kann später gegen Sie verwendet werden.
Der Bußgeldbescheid selbst ist der formelle Bescheid der Behörde. Gegen ihn kann innerhalb von 14 Tagen schriftlich Einspruch eingelegt werden.
Warum Sie vorerst schweigen sollten
Das Schweigerecht gilt auch im Ordnungswidrigkeitenverfahren. Sie sind nicht verpflichtet, sich selbst zu belasten. Falsche oder unvollständige Angaben können dagegen die Situation verschlechtern. Sinnvoll ist es, zunächst Akteneinsicht zu beantragen, um das Beweismaterial zu prüfen – zum Beispiel Radarmessungen, Abstandsmessungen oder Videoaufnahmen.
Wann lohnt sich ein Einspruch?
Ein Einspruch lohnt sich immer dann, wenn:
- das Messverfahren oder das Gerät fehlerhaft war,
- die Fahrereigenschaft nicht zweifelsfrei feststeht,
- ein Fahrverbot droht und berufliche Folgen erheblich wären,
- die Punktebelastung in Flensburg eine kritische Grenze erreicht.
Auch wenn der Einspruch nicht zum vollständigen Freispruch führt, kann er häufig zur Reduzierung des Bußgeldes oder zur Vermeidung des Fahrverbots beitragen.
Lassen Sie Ihren Bescheid prüfen
Jeder Bußgeldbescheid ist anders. Eine anwaltliche Prüfung gibt Ihnen Klarheit darüber, ob ein Einspruch sinnvoll ist – und was dabei realistisch erreicht werden kann. Rechtsanwalt Wöbbecke steht Ihnen in Hannover, Laatzen und der Region Hannover gerne zur Seite.